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Waltraud Kruck

Erfahrungsbericht Kloster auf Zeit bei den Salvatorianerinnen in Meran/Obermais, vom 22.06. 2013 bis 06.07.2013

Ich hatte ein sehr schweres Jahr hinter mich gebracht—privat und beruflich. Habe unter schwierigen Bedingungen die Leitung einer Kindertagesstätte übernommen und mit innerfamiliären Störungen zu kämpfen gehabt. Mein Entschluss ins Kloster zu gehen, kam von der gespürten Notwendigkeit und Sehnsucht, in tiefere Sphären meiner Seele zu dringen um mich auszuloten -wo stehe ich, und wo möchte ich hin; meinen Glauben zu festigen und die Beziehung zu Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist neu zu beleben.

Ich wollte zu den Salvatorianerinnen nach Meran weil eine Freundin, die mit ihrer Familie im letzten Sommer dort weilte, von der Atmosphäre beeindruckt war, die in diesem Hause herrschte, und wie liebenswert die Ordensfrauen wären. Dies kann ich nur bestätigen.

Der Empfang von den Schwestern war so herzlich und unbefangen, dass ich das Gefühl hatte, ja, du wirst hier erwartet, du bist „Willkommen“! Ich bekam am Ankunftsabend , noch spät in der Nacht (ca. 22:00 Uhr), ein 3-Gänge Menü, mit erlesenem Wasser und Wein, serviert. Das war, ohne Zweifel, ein guter Anfang.

Mein Zimmer war klein aber fein und der Blick aus dem Fenster auf die umliegenden Berge wohltuend schön.

Ich empfinde das „Ora et Labora „ , die klare Gliederung des Tagesablaufes sehr hilfreich für mein Schaffen. Alles hat dort seine Zeit, Gebet und Arbeit.

6:35 Morgenlob
7:00 Frühstück
8:00 Arbeitsbeginn
12:00 Angelusgebet, Mittagsessen
13.00 Freie Zeit
17:45 Vesper anschl. Messe
18:00 Abendessen

Nachdem ich durch das riesige Haus geführt wurde, und viele neue Menschen kennengelernt habe, ging ich zum Arbeiten in den Garten. Von Sr. Johanna, die meine Begleiterin für meine Klosterzeit war, bekam ich aus ihrem Fundus Gartenschuhe und Handschuhe verpasst und schon stand ich in einem herrlichen Garten-----voller „Unkraut“ (eigentlich gibt es kein Unkraut ---nur Pflanzen die aus der Reihe tanzen!) Für mich hat die Gartenarbeit durchaus eine therapeutische Komponente.

Zwischendurch konnte ich immer wieder eine kleine Verschnaufpause einlegen, einen Apfel essen oder ein wenig mit Mitbewohner/innen plaudern. Alle Schwestern. waren ausgesprochen liebenswert zu mir. Es wurde viel gelacht. Nie kam ich mir als Fremde oder Außenstehende vor. Die Köchin und der Koch bereiteten wohlschmeckende Speisen, und beachteten selbst meine Milchunverträglichkeit.

Sr. Johanna war für Gespräche immer offen. Auch gab sie mir eine Einführung in das kontemplative Gebet. Die Gebetszeiten empfand ich als kurze Gottes- oder Glaubensbesinnung im Alltagsgetriebe, reich an Impulsen, die mich oft längere Zeit begleiteten. Für Aktivitäten außer Haus hatten die Schwestern immer eine gute Idee parat.

So fuhren wir, P. Benedikt, Sr. Anna und ich, an einem Sonntag mit der Seilbahn auf eine ca. 1500m hoch gelegenen Berg. Dort feierten wir in einer ganz kleinen Kirche den Gottesdienst. Mich erfüllt es immer wieder mit Freude und ich fühle mich unserem Schöpfer sehr verbunden, wenn ich ihm im Lied loben und preisen kann. Während P. Benedikt sich wieder in niedere Gefilde begab, blieben Sr. Anna und ich auf der Höhe, dem Himmel nah! Wir spazierten zwischen frei herumlaufenden Pferden, Kühe und Ziegen durch eine wohlgeratene Natur bis zur Seilbahn. Es war ein belebender Sonntag im Herrn.

So gäbe es noch viel zu berichten, was ich erleben durfte. Die Zeit verging wie im Fluge und der letzte Abend nahte. Rekreation, nennen die Sr. dieses Beisammensein, am Ende der Woche. Es gab eine Überraschung: Zwei Schwestern sind nach Meran gefahren, um aus einer bestimmten Eisdiele Eis zu holen welches ohne Milch zubereitet wird. Wieder ein Angenommen sein. Ich war ganz gerührt.

Als Resümee kann ich für mich sagen: Mein Weg zeichnete sich nach diesen 2 Wochen klarer ab. Ich fühle mich gestärkt für meine Anforderungen in künftiger Zeit. Ein Weg, der mir Kraft gibt mein Kreuz zu tragen aber auch ein lebensbejahender Weg, mit Freude an der Schöpfung, der Natur und den Menschen. Es war eine intensive Menschen und Glaubensbegegnung.

Allen Salvatorianerinnen und P. Benedikt sage ich ein herzliches Vergelt´s Gott! Und Gottes reichlichen Segen!

Waltraud
Berlin/ Kleinmachnow, 11.07.2013

Erfahrungsberichte

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