sds Gemeinschaft Salvatorianerinnen
Schönblick Straße 6
39012 Meran
Gemeinschaft der Salvatorianerinnen in Südtirol
Leben in Gemeinschaft – ein wechselseitiges Geben und Empfangen. Die Gründung in Meran erfolgte im Mai 1898 durch Pater Jordan persönlich. Nach den ersten Jahren in einem angemieteten Haus wurde 1912 das neu erbaute, jetzige Haus an die Schwesterngemeinschaft der Salvatorianerinnen übergeben. Es diente hauptsächlich als Ausbildungsstätte für die jungen Mitglieder und als Erholungsort für kranke Schwestern der Kongregation. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten, nahmen die Schwestern einige Pensionsgäste auf.
Mittlerweile haben die SDS-Schwestern die Leitung dem Deutschorden anvertraut, der auf eine reiche Tradition in der Führung von Heimen und Gästehäusern zurückblickt.
SDS-Schwestern
Die Gemeinschaft in Meran umfasst 16 Schwestern aus verschiedenen Nationen. Diese Gemeinschaft ist in kleinere "Teilgemeinschaften" von vier bis sieben Schwestern unterteilt, um Flexibilität in Gebetsformen, Persönlichkeitsentwicklung und eine familiäre Atmosphäre zu ermöglichen. Die Wahl des äußeren Zeichens steht ihnen frei: entweder das Ordenskleid oder schlichte Zivilkleidung. Als Symbol der letzteren tragen sie die Medaille der Schwestern vom Göttlichen Heiland. Die Gemeinschaft steht Laien ebenfalls offen, die an ihrer Sendung und Spiritualität teilnehmen können (SDS-Laien). Die Kongregation der Schwestern ist eng mit der Gesellschaft der Salvatorianer und der Laiengemeinschaft verbunden. Die gemeinsamen Grundlagen aller drei Zweige werden in der Charta der salvatorianischen Familie reflektiert. Ihre Lebensweise ist eine Mischung aus tiefgehender Kontemplation und aktiver Teilnahme am Leben. Das Kreuzsymbol über der Welt repräsentiert ihre Mission: die Offenbarung des Heilands für alle. Die senkrechten Linien symbolisieren ihren Lobpreis und Dank für Gottes Segen. Die waagrechten Linien weisen in die Zukunft, denn sie widmen sich der Vision, dass alle Menschen in Gott, ihrem Heiland, die Fülle des Lebens und der Freude finden mögen.
Das ist der Weg zum ewigen Leben: Dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast. (Joh 17,3)
Spiritualität, Charisma und Sendung
SDS Spiritualität
Gott als den Inhalt des Lebens erkennen, mit ihm immer tiefer in Beziehung treten und ihn bedingungslos lieben und in der Begegnung mit jedem Menschen die heilsame Zuwendung Jesu und die Fülle eines Lebens mit ihm sichtbar werden lassen. Die Erfahrung der Güte Gottes wird in gelebter Nächstenliebe ausgedrückt.
SDS Charisma
Auf den Ruf Gottes hören, wie die Apostel Jesus nachzufolgen. Das Anliegen, das gesamte Wohl des Menschen zu fördern, steht im Mittelpunkt. In dieser Mission erkennen sie ihre Aufgabe und setzen ihre individuellen und gemeinschaftlichen Fähigkeiten ein.
SDS Sendung
Die Berufung besteht darin, Anderen auf ihrem Suchweg zu begegnen und sie auf ihrer Reise des Kennenlernens Gottes zu begleiten. Es ist ein Anliegen, das Evangelium unter Einsatz all der Kräfte und Möglichkeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort zu verkünden. Es ist ebenso von Bedeutung, stets am Puls der Zeit zu sein und zu erkennen, wie in der heutigen Welt die Aufgaben erfüllt werden können.
15.08.2026
195 Jahre gelebte Berufung
Drei Ordensfrauen, drei Lebenswege und eine gemeinsame Sehnsucht: ganz für Gott und die Menschen da zu sein. Am 15. August feierten die Salvatorianerinnen in Meran das Professjubiläum von Schwester Alberta (70 Jahre Profess), Schwester Birgitta (65) und Schwester Johanna (60). Eine festliche Eucharistiefeier mit anschließendem Grillfest bot den passenden Rahmen, um auf drei lange Wege der Berufung zurückzublicken, gezeichnet von Glauben, Verantwortung und großer Dankbarkeit.
Die Geschichte der Salvatorianerinnen in Meran reicht weit zurück. Seit 1912 sind die Schwestern in der Passerstadt präsent und haben im Laufe der Jahrzehnte unterschiedlichste Aufgaben übernommen. Was einst mit anderen Schwerpunkten begann, hat sich immer wieder den Bedürfnissen der Zeit angepasst. Heute wird die Schwesterngemeinschaft vom Deutschen Orden unterstützt, der das Schülerinnenheim und das Gästehaus führt. Menschen aus aller Welt finden hier einen Ort, um zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Auch darin wird etwas vom Auftrag der Salvatorianerinnen sichtbar: für die Menschen da zu sein und Gottes Liebe im konkreten Leben erfahrbar zu machen.
Schwester Birgitta war noch sehr jung, als sie in den Orden eintrat. Schon immer war es ihr Wunsch, mit Kindern zu arbeiten – am liebsten in einem Waisenhaus in Afrika. Aus gesundheitlichen Gründen blieb ihr dieser Wunsch verwehrt. Für Kinder da zu sein, wurde dennoch zu einem prägenden Teil ihres Lebens. Viele Jahre war sie in der Erziehungsarbeit tätig, leitete einen Kindergarten und übernahm mehrmals das Amt der Provinzoberin. Auch heute ist Schwester Birgitta noch aktiv, nimmt sich gern Zeit für ein Gespräch mit den Gästen oder begleitet Menschen bei Exerzitien. An den Tag ihrer ersten Profess erinnert sie sich noch gut. Damals habe sie intensiv gespürt: „Hier bin ich daheim, hier bin ich angekommen“. Die Gemeinschaft und das salvatorianische Charisma wurden für sie zu einem Weg, Gott immer besser kennen und lieben zu lernen.
Bei ihrer leiblichen Schwester Johanna reifte die Entscheidung für ein Leben im Orden erst mit der Zeit. Im Alter von 20 Jahren wurde die Sehnsucht, intensiv mit Gott zu leben und für andere da zu sein, schließlich so stark, dass sie wusste: „Das ist mein Weg“. Rund 25 Jahre lang wirkte Schwester Johanna, die eine theologische Ausbildung absolviert hat, als Religionslehrerin. Ihre offene und zugewandte Art wussten die Schülerinnen und Schüler sehr zu schätzen. Kindern und jungen Erwachsenen nicht nur das Wissen über den Glauben zu vermitteln, sondern sie in ihrer persönlichen und spirituellen Entwicklung zu stärken und zu begleiten, wurde für sie zur Herzensaufgabe.
Mit 91 Jahren ist Schwester Alberta die Älteste der drei Jubilarinnen. Auch ihr Lebensweg führte sie durch unterschiedliche Aufgaben und an verschiedene Orte. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt arbeitete sie zeitweise als Sekretärin im Vatikan. Später übernahm Alberta die Leitung des Mädchenheims in Meran. Dem Beruf der Religionslehrerin blieb sie bis zu ihrer Pensionierung treu.
Natürlich gibt es auch in einem langen Ordensleben nicht nur erfüllende Zeiten. Auch Krisen und Momente des Fragens gehören dazu. Doch gerade schwierige Momente bergen die Chance auf einen Neuanfang –das wissen auch die Professjubilarinnen nur zu gut und haben aus ihren persönlichen Erfahrungen eine wichtige Erkenntnis gewonnen: „Wenn man der Krise nicht ausweicht, sondern sie auf sich wirken lässt, kann sich das als Anfang eines neuen Weges erweisen – mit neuen Aufgaben, neuen Perspektiven und manchmal auch mit einer ganz neuen Sicht auf das eigene Leben.“ 195 Jahre Profess sind eine beeindruckende Zahl. Sie erzählen von Begegnungen und Entscheidungen, von Dienst und Gemeinschaft, vom Durchhalten und Neubeginnen. Vor allem aber erzählen sie von einer lebenslangen Beziehung zu Gott. Aus dieser Verbundenheit heraus blicken die Schwestern dankbar auf das, was vor ihnen liegt – mit dem bescheidenen Wunsch, auch weiterhin dem gerecht zu werden, wozu sie sich vor vielen Jahrzehnten gerufen wussten.